Es gibt viele Vorurteile, Fehlmeldungen und Missverständnisse, wenn es um das Thema Blockchain geht. Die Technologie bietet ein enormes Potenzial. Damit jeder davon profitieren kann und die Technologie und ihre Möglichkeiten greifbarer werden, räumen wir mit den Vorurteilen auf.

Nr. 7

Blockchain ist unsicher!

Benjamin Franklin sagte mal, „nichts in dieser Welt ist sicher, außer dem Tod und den Steuern“. Damit hatte er Recht. Denn keine Technologie auf der Welt und auch kein System werden jemals zu 100 Prozent sicher sein. Fakt ist aber, die Blockchain-Technologie und das dahinterliegende Prinzip wurden bisher nicht gehackt. Blockchain setzt auf Dezentralität, also verteilte Strukturen, dadurch können Hackerangriffe sicher abgewehrt werden. Transaktionen werden ständig vom gesamten Netzwerk überprüft, deshalb sind Angriffe auf die Blockchain unwahrscheinlich. Ein Hacker, der ein Netzwerk auf Basis der Blockchain-Technologie ändern wollte, müsste die Mehrheit (mindestens 51 bis 75 Prozent) der im Netzwerk beteiligten Knoten hacken. Nur dann hätte der Angriff das Potenzial erfolgreich zu sein.

Dass die Blockchain-Technologie grundsätzlich sicher ist, bedeutet aber nicht, dass alle Services, Applikationen oder Knotenpunkte, die mit der Blockchain verknüpft sind, ebenfalls automatisch sicher sind. Nicht ohne Grund spricht die Community davon, dass 95 Prozent der Probleme vor dem Rechner sitzen. Wenn ein Netzwerkteilnehmer auf seinem Rechner oder aber dem Device, mit dem er auf die Blockchain schreibt, nicht die nötigen Sicherheitsvorkehrungen trifft, hat ein Hacker die Möglichkeit auf Daten zuzugreifen. Digitale Identitäten können gestohlen werden. Dadurch hat der Hacker zunächst die gleichen Rechte und Zugriffsmöglichkeiten auf die Blockchain, wie der ursprüngliche Nutzer. Welche Rechte das im Detail (Lese-, Schreibrechte) sind, wird durch das Autorisierungsmodul festgelegt.

Es gibt unterschiedliche Mechanismen, die einen solchen Angriff schnell identifizieren und stoppen können. Beispielsweise setzt die sogenannte Plausibilitätsprüfung ein. Entspricht das Verhalten des Knotenpunkts nicht dem Verhalten bei vergangenen Transaktionen und Aktivitäten, wird der Teilnehmer aus dem Netzwerk ausgeschlossen. Da die Blockchain aus aufeinander aufbauenden Blöcken besteht und alle Transaktionen zu jedem Zeitpunkt in der Historie nachvollzogen werden können, sind die Hackeraktivitäten schnell identifiziert und können rückgängig gemacht werden. 

Es müssten also zwei Drittel aller Teilnehmer des Netzwerkes ihre IT-Sicherheit vernachlässigen, zeitgleich gehackt werden, bevor beispielweise die Plausibilitätsprüfung Abweichungen erkennt, weitere Schutzmechanismen umgangen werden und erst dann könnte ein Angriff potenziell gefährlich für das Blockchain-Netzwerk werden. Insgesamt ist die Blockchain-Technologie sehr sicher und erfolgreiche Angriffe unwahrscheinlich.